Gesundheit
Vitamin D im Herbst: Was Nahrungsergänzung bringt und wo Vorsicht gilt
Veröffentlicht im Oktober 2026
Wenn die Tage kürzer werden, kommt bei vielen die Frage auf, ob sie Vitamin D zusätzlich einnehmen sollten. Den größten Teil seines Bedarfs deckt der Körper nicht über das Essen, sondern über die eigene Bildung in der Haut. Dafür ist Sonnenlicht nötig, genauer die UV-B-Strahlung. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) trägt diese Eigenbildung zu 80 bis 90 Prozent zur Versorgung bei. In Deutschland reicht die Sonne etwa von November bis April aber nicht aus, um nennenswerte Mengen zu bilden (Stand: Oktober 2026).
Warum das Essen allein selten reicht
Nur wenige Lebensmittel enthalten größere Mengen Vitamin D, vor allem fetter Seefisch, Eier und Leber. Über die Ernährung lässt sich der Bedarf deshalb kaum decken. Die DGE nennt für den Fall, dass die körpereigene Bildung fehlt, einen Schätzwert von 20 Mikrogramm pro Tag, das entspricht 800 Internationalen Einheiten. Dieser Wert gilt für Kinder ab einem Jahr und für Erwachsene gleichermaßen.
Wann ein Präparat sinnvoll ist
Ein Präparat auf gut Glück einzunehmen, hält die DGE nicht für nötig. Sie rät, den Vitamin-D-Status nur bei einem begründeten Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikogruppen bestimmen zu lassen, etwa bei Menschen, die kaum nach draußen kommen. Erst wenn ein Bedarf feststeht, ist die gezielte Einnahme angebracht. Für gesunde Menschen, die sich regelmäßig im Freien bewegen, ist eine pauschale Einnahme dagegen nicht vorgesehen.
Mehr hilft nicht mehr
Bei Vitamin D gilt nicht, dass eine höhere Dosis automatisch besser wäre. Der Körper kann das Vitamin speichern, und zu viel davon belastet ihn. Nach Angaben der DGE können bei einer dauerhaften Zufuhr von mehr als 100 Mikrogramm pro Tag unerwünschte Wirkungen auftreten, etwa ein erhöhter Kalziumspiegel im Blut oder die Bildung von Nierensteinen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einer langfristig hochdosierten Einnahme. Hochdosierte Präparate aus dem Internet mit mehreren Tausend Einheiten pro Tag sind damit kein harmloser Vorrat für den Winter.
Worauf Sie achten können
- Sonne im Sommer nutzen: Schon kurze Aufenthalte im Freien mit unbedecktem Gesicht und freien Armen helfen dem Körper, einen Vorrat anzulegen.
- Nicht auf Verdacht hochdosieren: Wer unsicher ist, klärt einen möglichen Mangel ärztlich ab, statt selbst zu einem starken Präparat zu greifen.
- Angaben vergleichen: Auf der Packung stehen Mikrogramm und Internationale Einheiten. 20 Mikrogramm sind 800 Einheiten, daran lässt sich die Dosierung einordnen.
Nahrungsergänzungsmittel und weitere Produkte lassen sich in der Kategorie Gesundheit vergleichen. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung; maßgeblich sind die Empfehlungen der genannten Stellen, die wir unten verlinken. Stand: Oktober 2026.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, abgerufen am 16.10.2026
- Wikipedia: Vitamin D (Eigenbildung, Zufuhrempfehlung, Überdosierung), abgerufen am 16.10.2026



