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Starthilfekabel kaufen und Autobatterie vor dem Winter prüfen

Veröffentlicht im Oktober 2026

Die Starterbatterie ist die häufigste Pannenursache. Laut ADAC ging 2025 fast jeder zweite der 3.691.813 Einsätze der Straßenwacht auf sie zurück, genau 45,4 Prozent. Auch bei reinen Elektroautos war die defekte Starterbatterie in rund der Hälfte der Fälle die häufigste Ursache. Im Winter steigt das Risiko. Wer die Batterie vorher prüft und ein brauchbares Starthilfekabel im Kofferraum hat, ist im Ernstfall schneller wieder unterwegs.

Warum die Batterie im Winter schlappmacht

Je kälter es ist, desto schlechter arbeitet die Batterie, schreibt der ADAC. Besonders an den ersten kalten Tagen und bei deutlichen Minusgraden steigt das Pannenrisiko. Ein gealterter Akku versagt vor allem beim Kaltstart, weil er dann hohe Kaltstartströme liefern muss. Liegt der letzte Batterietausch mehr als drei Jahre zurück, empfiehlt der ADAC eine Prüfung.

Ein zweites Problem sind Kurzstrecken: Bei reinen Kurzstreckenautos oder langen Standzeiten kann die Lichtmaschine die Batterie nicht ausreichend nachladen. Heckscheiben-, Frontscheiben- und Sitzheizung sollten deshalb während der Fahrt nur so lange laufen wie nötig.

Die Ruhespannung selbst messen

Einen ersten Hinweis gibt ein einfaches Voltmeter. Der ADAC nennt diese Richtwerte für die Ruhespannung:

  • über 12,4 Volt: mehr als 60 Prozent geladen, in Ordnung
  • 12,0 bis 12,4 Volt: 25 bis 60 Prozent, sollte geladen werden
  • unter 12,0 Volt: unter 25 Prozent, muss geladen werden

Über den Zustand der Batterie sagt die Messung allein wenig. Den ermittelt erst ein professioneller Batterietester, etwa in der Werkstatt.

Worauf es beim Starthilfekabel ankommt

Der ADAC nennt klare Anforderungen:

  • Norm: DIN 72553 oder ISO 6722. DIN 72553 heißt „Starthilfekabel für Straßenfahrzeuge mit Verbrennungsmotor; Maße, Anforderungen, Prüfung“, die gültige Ausgabe stammt laut DIN Media vom April 1994.
  • Querschnitt: mindestens 25 Quadratmillimeter
  • Länge: mindestens 2 Meter
  • Kälte: Das Kabel sollte auch bei Kälte flexibel bleiben.
  • Polklemmen: vollisoliert, nur die Kontaktflächen aus Metall

Diesel brauchen wegen höherer Startströme leistungsfähigere Kabel mit ausreichender Dicke und hochwertigen Polklemmen, die Spenderbatterie sollte gut geladen sein. Wer einen Diesel fährt, sollte beim Kabel also nicht am Querschnitt sparen.

So geht Starthilfe nach ADAC

Steht das Auto an einer befahrenen oder unübersichtlichen Stelle: Warndreieck aufstellen, Warnweste anziehen. Die Betriebsanleitung beider Autos geht vor, sonst kann austretende Batteriesäure die Helfer gefährden.

  1. Rotes Kabel an den Pluspol der leeren Batterie, das andere Ende an den Pluspol der Spenderbatterie.
  2. Schwarzes Kabel an den Minuspol der Spenderbatterie oder den vorgegebenen Massepunkt. Das andere Ende an den Masseanschluss des Pannenautos oder eine freie Metallstelle am Motorblock, nicht an dessen Batterie. Sonst droht Funkenflug.
  3. Spenderauto starten und einige Minuten warten.
  4. Beim Pannenauto Gebläse, Lüftung und Licht einschalten, um Spannungsspitzen zu vermeiden. Dann kurz starten. Klappt es nicht, nach einer Minute erneut versuchen. Nach dem dritten erfolglosen Versuch professionelle Hilfe holen.
  5. Läuft der Motor, beide Autos einige Minuten laufen lassen.
  6. Abklemmen: zuerst Schwarz am Pannenauto, dann Schwarz am Spenderauto, danach das rote Kabel.
  7. Den Motor des Pannenautos weiterlaufen lassen und nicht benötigte Verbraucher ausschalten.

Wer Plus und Minus verwechselt, riskiert laut ADAC teure Schäden an der Elektrik. Anschieben funktioniert nur bei Schaltgetriebe, nicht bei Automatik oder Elektroauto.

Elektroauto und Hybrid

Fast jedes Auto kann Starthilfe geben, einige Hybrid- und Elektroautos aber nicht. Starthilfe empfangen dürfen E-Autos meist, geben meist nicht, so der ADAC. Ihre Starterbatterien sind meist kleiner. Als Spender können sie die eigene Batterie oder das Bordnetz beschädigen. Was gilt, steht in der Betriebsanleitung.

Ladegerät und Vorbeugen

Eine leere Batterie lässt sich mit einem geeigneten Ladegerät an der Haushaltssteckdose laden. Oft reicht laut ADAC ein kleines Gerät über Nacht. Bei Kurzstreckenautos und langen Standzeiten beugt ein Ladegerät einer Tiefentladung vor. Bei modernen Fahrzeugen empfiehlt der ADAC, die Batterie etwa ein- bis zweimal im Quartal extern zu laden oder dauerhaft ein Erhaltungsladegerät anzuschließen.

  • Radio, Licht und Lüftung nicht längere Zeit bei ausgeschaltetem Motor und eingeschalteter Zündung laufen lassen.
  • Türen und Heckklappe schließen und das Auto absperren. Sonst können Steuergeräte wach bleiben und Strom ziehen.
  • Pole sauber halten und gegen Korrosion schützen.
  • Ist die isolierende Ummantelung beschädigt, die Batterie tauschen.

Quellen

Stand: 26.10.2026

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