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Scheibenfrostschutz, Eiskratzer, Abdeckfolie: was im Winter ins Auto gehört
Veröffentlicht im Oktober 2026
Die ersten Frostnächte kommen meist früher als gedacht. Wer dann morgens vor einer vereisten Scheibe steht und im Behälter noch Sommer-Wischwasser hat, verliert Zeit und riskiert Schäden. Drei Dinge gehören deshalb rechtzeitig ins Auto: Scheibenfrostschutz, ein brauchbarer Eiskratzer und eine Abdeckung für die Frontscheibe. Was der ADAC und Öko-Test dazu sagen.
Scheibenfrostschutz als Konzentrat oder fertig gemischt
Winter-Scheibenreiniger gibt es als Konzentrat oder fertig gemischt. Laut ADAC ist es ergiebiger, ein Konzentrat selbst mit destilliertem Wasser zu mischen, am besten in einem eigenen Gefäß, denn wer das Konzentrat direkt in den Behälter kippt, kann das Mischverhältnis nicht mehr genau kontrollieren.
- Wie stark: Der ADAC rät, so zu mischen, dass die Flüssigkeit möglichst bis minus 20 Grad schützt. Die meisten Konzentrate eignen sich nach seinen Angaben für Temperaturen zwischen minus 10 und minus 30 Grad. Das genaue Verhältnis steht auf der Flasche.
- Nicht zu stark: Zu konzentrierte Mischungen hinterlassen laut ADAC oft einen hartnäckigen Schmierfilm auf der Scheibe.
- Behälter leeren: Vor dem Wechsel sollte der Sommerreiniger möglichst vollständig raus. Sonst werden die Frostschutzwerte auf der Verpackung oft nicht erreicht.
- Rechtzeitig: Der Winterreiniger gehört vor dem ersten Frost in den Behälter.
- Beheizte Düsen: Auch damit braucht das Wischwasser Frostschutz. Die Schläuche sind laut ADAC üblicherweise nicht beheizt und können einfrieren.
Ist das Wasser im Behälter schon einmal gefroren, können Behälter und Pumpe beschädigt sein, weil sich gefrierendes Wasser ausdehnt. Der ADAC empfiehlt dann, die Anlage vor dem Nachfüllen in einer Werkstatt auf Dichtheit prüfen zu lassen.
Was Öko-Test bei Konzentraten gefunden hat
Öko-Test hat für die Ausgabe vom Januar 2026 13 Frostschutz-Konzentrate aus Bau- und Supermärkten und von Discountern untersucht. Bei einem Literpreis zwischen 1,40 und 9,90 Euro haben die Tester die Konzentrate für minus 30 Grad gemischt und den Gefrierpunkt gemessen. Bei einigen Produkten lag er mehr als fünf Prozent über dem angegebenen Wert, sie schützen also weniger als versprochen.
Auch die Flaschen wurden angesehen: Nur zwei hatten Milliliter-Striche zum Dosieren. Bei drei Produkten fehlten Gefahren- oder Sicherheitshinweise. Für den Kauf heißt das: eine Flasche mit Dosierhilfe wählen und auf vollständige Warnhinweise achten. Das Etikett mit dem UFI-Code sollten Sie aufheben. Damit können Giftinformationszentren bei einer Vergiftung die Rezeptur abrufen. Von selbst gemischtem Frostschutz, etwa aus Spiritus, raten laut Öko-Test Experten ab, weil unklar bleibt, bis zu welcher Temperatur die Mischung hält. Die Einzelergebnisse stehen nur im Bezahlteil, deshalb nennen wir hier keine Produkte.
Eiskratzer aus Kunststoff, nicht aus Metall
Der ADAC rät von Kratzern mit Metallschaber ab. Sie können die Scheibe zerkratzen und bei unvorsichtiger Handhabung auch den Lack. Am besten ist ein Kunststoffkratzer mit Sägezahnkante für dicke Eisschichten und einer glatten Kante zum Abschaben. Ein eingebauter Besen ist praktisch.
- Keine Notlösungen: Kredit- oder Scheckkarten gehen beim Kratzen meist kaputt. Ein Kochfeldschaber oder eine CD-Hülle kann die Scheibe zerkratzen.
- Elektrische Eiskratzer: Davon ist laut ADAC prinzipiell abzuraten. Sie haben einen Metallkratzer, können Spannungsrisse verursachen und Brandschäden, wenn der eingeschaltete Kratzer auf dem Sitz liegt.
- Wischerblätter: Die Gummilippen setzen im Winter schnell Eis an. Dafür gibt es eigene Eiskratzer.
Enteiserspray und heißes Wasser
Enteisersprays bestehen laut ADAC aus Alkohol-Mischungen mit anderen chemischen Substanzen. Wie lange die Sicht frei bleibt, hängt von der Rezeptur ab. Achten Sie darauf, dass keine Schlieren oder Schmierschleier entstehen.
Heißes Wasser ist keine Lösung. Der Temperaturwechsel verursacht laut ADAC oft Spannungsrisse. Lauwarmes oder kaltes Wasser friert sofort wieder fest.
Abdeckfolie statt Zeitung
Am wenigsten Arbeit macht eine Scheibe, die gar nicht erst vereist. Spezielle Eisschutzfolien gibt es nach ADAC-Angaben ab 10 Euro. Sie werden abends über die Frontscheibe gelegt und mit den Türen befestigt. Im Notfall hilft ein stabiler Pappkarton. Alte Zeitungen dagegen frieren fest und lassen sich kaum lösen. Für Laternenparker nennt der ADAC einen Türschloss-Enteiser als Notfallhilfe. Er gehört laut ADAC in die Manteltasche.
Was die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt
Ein kleines Guckloch reicht nicht. Der ADAC nennt dafür ein Bußgeld zwischen 10 und 35 Euro. Vor der Fahrt müssen nach ADAC-Angaben auch Seitenscheiben, Leuchten, Kennzeichen, Motorhaube und Dach frei von Schnee und Eis sein, weil herabfallende Brocken den nachfolgenden Verkehr gefährden können.
Den Motor zum Auftauen im Stand laufen zu lassen, ist verboten. Paragraf 30 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung untersagt unnötigen Lärm, vermeidbare Abgasbelästigungen und das unnötige Laufenlassen von Motoren. Der Bußgeldkatalog sieht für vermeidbaren Lärm oder vermeidbare Abgasbelästigung einen Regelsatz von 80 Euro vor (laufende Nummer 117). Der ADAC spricht von bis zu 80 Euro zuzüglich Verwaltungskosten.
Kurze Einkaufsliste
- Winter-Scheibenreiniger, am besten Konzentrat mit Dosierhilfe, dazu destilliertes Wasser und ein Messgefäß
- Kunststoff-Eiskratzer mit Sägezahn- und glatter Kante, gern mit Besen
- Abdeckfolie für die Frontscheibe
- Türschloss-Enteiser für die Manteltasche
Quellen
- ADAC: Scheibenwischwasser nachfüllen, so geht's richtig (29.04.2025)
- ADAC: Eiskratzen, so bekommt man das Auto schnell eisfrei (16.12.2025)
- ADAC Presse: Eis und Schnee vor der Fahrt entfernen (09.02.2018)
- Öko-Test: Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage im Test (12.01.2026)
- gesetze-im-internet.de: § 30 StVO
- gesetze-im-internet.de: Bußgeldkatalog-Verordnung, Anlage (lfd. Nr. 117)
Stand: 26.10.2026



