Haushalt

Lichterketten sicher kaufen und aufhängen: innen, außen, IP44 und LED

Veröffentlicht im Oktober 2026

Ab November hängen sie wieder an Fenstern, Balkonen und Bäumen: Lichterketten. Elektrische Lichter sind sicherer als echte Kerzen, gefahrlos sind sie aber nicht. Billige oder alte Ketten können heiß werden, beschädigte Kabel einen Kurzschluss auslösen. Worauf Sie beim Kauf und beim Aufhängen achten sollten.

Beim Kauf: Prüfzeichen statt nur CE

Der Elektrotechnikverband VDE rät, auf das Zeichen eines unabhängigen Prüfinstituts zu achten, etwa das VDE- oder GS-Zeichen. Das CE-Kennzeichen allein sagt nach Angaben des VDE nichts über die Sicherheit des Geräts aus. Herstellerangaben, Warnhinweise und eine Gebrauchsanleitung gehören dazu. Fehlen sie, ist das ein schlechtes Zeichen, gerade bei Angeboten von unbekannten Händlern.

Innen oder außen: auf das Symbol achten

Nicht jede Kette darf nach draußen. Ketten mit einem Haus-Symbol sind laut VDE nur für Innenräume gedacht. Für Balkon, Garten oder Fassade muss die Kette ausdrücklich für den Außenbereich geeignet sein. Auf der Verpackung steht dann ein Hinweis wie „für den Außenbereich geeignet“, dazu die Schutzart. Mindestens IP44 sollte es sein, also spritzwassergeschützt. Das sagen sowohl der VDE als auch ein Sicherheitsexperte der R+V Versicherung.

Draußen zählt auch das Drumherum:

  • Steckdose: eine Außensteckdose mit passender IP-Schutzart verwenden.
  • Verlängerung: Für draußen gibt es spezielle Verlängerungskabel. Normale Kabel für innen sind nicht geeignet, betont der VDE.
  • Kabelweg: Das Kabel nicht durch Fenster oder Türen klemmen. Laut R+V kann das die Isolierung beschädigen und zu Kurzschluss oder Stromschlag führen.

Alte Ketten prüfen, bevor sie hängen

Vor dem Aufhängen lohnt ein Blick auf jede Kette aus dem Keller. Zerbrochene Lämpchen und beschädigte Kabel sind Warnsignale. Dünne oder gebrochene Isolierung kann nach Angaben des VDE schnell zum Brandherd werden. Muss ein Leuchtmittel ersetzt werden, müssen Leistung und Spannung zur Kette passen. Alte Ketten mit Glühbirnen überhitzen laut R+V schnell. Der VDE empfiehlt, alte und beschädigte Ketten durch LED-Ketten zu ersetzen.

Warum LED die bessere Wahl ist

LED-Lichterketten verbrauchen deutlich weniger Strom und werden kaum warm. Wegen der niedrigen Spannung ist die Brandgefahr laut VDE sehr gering. Bei einem Kurzschluss fällt im schlimmsten Fall die Kette aus. Der VDE warnt aber vor einem Nebeneffekt: Weil LEDs so sparsam sind, hängen viele einfach mehr Ketten auf, und die Ersparnis ist dahin.

Viele LED-Ketten haben eine eingebaute Timerfunktion. Die R+V empfiehlt, sie zu nutzen und die Beleuchtung nachts auszuschalten. Das spart Strom und schont nachtaktive Tiere, die vom künstlichen Licht gestört werden.

Weihnachtsbaum und Kinderzimmer

Am Baum brauchen elektrische Ketten weniger Aufsicht als Kerzen. Ketten ohne LED können aber so warm werden, dass sie einen trockenen Baum entzünden. Der VDE rät, die Kette nur bei Bedarf einzuschalten und sie nicht unbeobachtet am Netz zu lassen. Fürs Kinderzimmer empfiehlt er nur Ketten mit Sicherheitskleinspannung bis 24 Volt oder mit Batterie.

Steckdosenleisten richtig nutzen

Viele Ketten, Sterne und Figuren hängen am Ende an einer Steckdosenleiste. Das Innenministerium Baden-Württemberg weist darauf hin, dass Steckdosenleisten niemals hintereinandergesteckt werden dürfen. Die Leiste sollte zudem frei liegen und nicht abgedeckt oder hinter Möbeln verschwinden. Ausgelegt sind solche Leisten laut Ministerium auf rund 3.000 bis 3.500 Watt. LED-Ketten allein kommen da kaum hin, ein Heizlüfter an derselben Leiste aber schon.

Batterie oder Solar

Wo keine Steckdose in der Nähe ist, bieten sich Ketten mit Batterie oder Solarmodul an. Solar-LEDs kommen ohne Netzanschluss aus und verursachen keine Stromkosten. Batterieketten sind im Betrieb teurer. Leere Batterien gehören nicht in den Hausmüll, aus Umweltsicht sind wiederaufladbare Akkus die bessere Wahl, so die R+V.

Stand: Oktober 2026.

Quellen

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