Haushalt
Heizöl so teuer wie lange nicht: Vorsicht vor Fake-Shops
Veröffentlicht im Oktober 2026
Kurz vor der Heizperiode ist Heizöl so teuer wie seit Langem nicht. Laut Statistischem Bundesamt lag der Preis für leichtes Heizöl im September 2026 um 74,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Diese Lage nutzen Betrüger mit gefälschten Onlineshops aus. Wir fassen zusammen, was bekannt ist und wie Sie sich schützen (Stand: 14.10.2026).
Die Preislage
Nach Berichten unter Berufung auf das Vergleichsportal esyoil kosteten 100 Liter Heizöl am 10. Oktober 2026 im Bundesschnitt rund 169,70 Euro bei einer Abnahme von 3.000 Litern. Im Oktober 2025 waren es demnach etwa 96 Euro. Mitte September hatte der Preis kurzzeitig bei über 177 Euro gelegen. Destatis nennt den Preisauftrieb am Rohölmarkt seit Beginn des Iran-Kriegs als Ursache für die hohen Energiepreise. In Medienberichten werden zusätzlich die Unsicherheit im Schiffsverkehr, knappe Raffineriekapazitäten und der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar genannt.
Betroffen ist ein erheblicher Teil der Haushalte: Nach den Angaben im selben Bericht wird rund jede fünfte Wohnung in Deutschland (etwa 19 Prozent) überwiegend mit Heizöl beheizt. Der Energiemarktexperte Steffen Bukold beschrieb die Lage Ende September als sehr schwankungsanfällig. Für Käufer heißt das: Ein günstiger Zeitpunkt lässt sich kaum vorhersagen, Preise können sich innerhalb weniger Tage deutlich bewegen.
Anders als bei Benzin und Diesel gibt es für Heizöl keine Steuersenkung: Die seit 1. Oktober geltende Entlastung betrifft nur Kraftstoffe. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Bundesregierung am 10. Oktober aufgefordert, Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen bei den Energiekosten gezielt zu unterstützen. Auch Brennholz und Pellets wurden laut Destatis teurer (plus 15,6 Prozent), Strom und Erdgas dagegen günstiger als vor einem Jahr.
Fake-Shops für Heizöl und Brennholz
Die Verbraucherzentralen warnen, dass unseriöse Shops mit Heizöl und Brennholz weit unter Marktpreis werben, nach der Zahlung aber nichts liefern. Laut Verbraucherzentrale werden derzeit mehr als 20 verdächtige Anbieter aus diesem Bereich beobachtet. Am 25. September 2026 warnte sie konkret vor der Seite fastenergy24.com: Kunden berichteten, bezahltes Heizöl nie erhalten zu haben, ein Impressum fehlte.
Typische Warnsignale laut Verbraucherzentrale:
- Preise deutlich unter dem Marktniveau
- nur Vorkasse per Überweisung oder Kryptowährung, teils hohe Anzahlungen
- fehlendes oder unvollständiges Impressum
- Ware angeblich verfügbar, während andere Händler ausverkauft sind
- auffällige Rechtschreibfehler und zweifelhafte Bewertungen
Vor einer Bestellung bei einem unbekannten Händler hilft der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen. Er prüft eine eingegebene Shop-Adresse unter anderem auf Impressum, Zahlungsarten und bekannte Warnlisten und zeigt das Ergebnis als Ampel.
Wenn Sie schon bezahlt haben
- sofort die eigene Bank kontaktieren, eine Überweisung lässt sich unter Umständen noch stoppen
- bei Lastschrift oder Kreditkarte eine Rückbuchung prüfen
- Bestellbestätigung, E-Mails und Screenshots sichern
- Anzeige erstatten, auch online über die Onlinewache der Polizei
Sparen beim Heizölkauf
Fachleute raten in der aktuellen Lage zu Flexibilität. Ein Mitgründer von esyoil empfahl im September, bei Bedarf zunächst nur eine Teilmenge zu kaufen. Finanztip wies darauf hin, dass sich die Angebote verschiedener Händler bei 3.000 Litern im Schnitt um rund 500 Euro unterscheiden können. Mehrere Angebote einzuholen lohnt sich also, solange es sich um seriöse Händler handelt. Zubehör rund ums Heizen und Energiesparen vergleichen Sie in der Kategorie Haushalt.
Hinweis: Allgemeine Information ohne Gewähr, Stand 14.10.2026. Preise ändern sich täglich.
Quellen
- Destatis: Inflationsrate im September 2026 bei +3,3 % (13.10.2026), abgerufen am 14.10.2026
- Verbraucherzentrale: fastenergy24.com – Achtung, Fakeshop für Heizöl, abgerufen am 14.10.2026
- Verbraucherzentrale: Vorsicht vor Heizöl-Angeboten – Fakeshops locken mit falschen Schnäppchen, abgerufen am 14.10.2026
- Verbraucherzentrale: Fakeshop-Finder, abgerufen am 14.10.2026
- ms-aktuell.de: Heizöl wird vor dem Winter teuer – Verbraucherschützer fordern staatliche Hilfen, abgerufen am 14.10.2026
- leinetal24: Heizölpreise aktuell auf Rekordniveau – was Experten zum Sparen raten (27.09.2026), abgerufen am 14.10.2026



